Der 10 Minuten Herbst Check für Hausbesitzer

Die ersten kühlen Abende sind da. Die Heizung läuft wieder und plötzlich erinnert man sich an Dinge, die über den Sommer kaum eine Rolle gespielt haben.
Der Fußboden im Erdgeschoss fühlt sich unangenehm kühl an. Ein Raum wird deutlich langsamer warm als der andere. Im Dachgeschoss verändert sich die Temperatur schneller als im Rest des Hauses. Und irgendwo ist wieder dieses Gefühl, dass die Heizung arbeitet, die Wärme aber nicht richtig im Gebäude bleibt.
Bevor Sie jetzt die Heizung höher drehen, lohnt sich etwas anderes.
Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit und gehen Sie einmal bewusst durch Ihr Haus.
Denn ein Gebäude verrät erstaunlich viel darüber, wie gut seine Gebäudehülle funktioniert.
1. Beginnen Sie mit Ihren Füßen
Gehen Sie durch die Räume im Erdgeschoss.
Fühlt sich der Boden gerade über unbeheizten Kellerräumen deutlich kälter an als in anderen Bereichen?
Eine ungedämmte oder schwach gedämmte Kellerdecke kann dafür sorgen, dass die Oberflächentemperatur des Fußbodens niedrig bleibt. Das beeinflusst die Behaglichkeit im Raum und kann dazu führen, dass Bewohner die Raumtemperatur höher einstellen, obwohl eigentlich der kalte Boden das Problem ist.
Eine Kellerdeckendämmung trennt den beheizten Wohnbereich thermisch stärker vom unbeheizten Keller. Gerade deshalb gehört sie bei kalten Erdgeschossböden zu den Bereichen, die man bei Bestandsgebäuden prüfen sollte.
KEMATHERM setzt dafür je nach Konstruktion unter anderem mineralische Spritzdämmung oder mineralische Plattensysteme ein.
2. Fassen Sie einmal Ihre Außenwände an.
Natürlich ist eine Außenwand im Herbst und Winter kühler als eine Innenwand.
Interessant wird es, wenn Außenwände auffällig kalt wirken und sich Räume trotz laufender Heizung nicht wirklich behaglich anfühlen.
Gerade ältere Häuser verfügen häufig über zweischaliges Mauerwerk. Zwischen den beiden Mauerschalen befindet sich ein Hohlraum, der je nach Gebäude ungedämmt sein kann.
Ist die Konstruktion dafür geeignet, kann dieser Hohlraum nachträglich mit einer Einblasdämmung gefüllt werden.
Ein großer Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass der Dämmstoff vorhandene Hohlräume füllt, ohne dass dafür die gesamte Fassade geöffnet werden muss.
Ob ein Gebäude tatsächlich über einen geeigneten Hohlraum verfügt, sollte allerdings fachgerecht geprüft werden.
Nicht jedes Haus braucht dieselbe Lösung.
Und genau das ist bei energetischer Sanierung entscheidend.
3. Gehen Sie eine Etage höher
Jetzt kommt ein Bereich, den viele Hausbesitzer jahrelang kaum beachten.
Die oberste Geschossdecke.
Liegt darüber ein unbeheizter Dachboden, lohnt sich ein genauer Blick auf den vorhandenen Aufbau und die vorhandene Dämmung.
Gerade bei älteren Gebäuden können hier energetische Schwachstellen liegen.
Einblasdämmung eignet sich für verschiedene Konstruktionen der obersten Geschossdecke und für schwer zugängliche Bereiche, weil der Dämmstoff maschinell eingebracht werden kann.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt jedoch immer von der vorhandenen Konstruktion ab.
4. Beobachten Sie nicht nur die Temperatur
Ein Fehler bei der Beurteilung eines Hauses besteht darin, ausschließlich auf das Thermometer zu schauen.
Zwei Räume können dieselbe Lufttemperatur haben und sich trotzdem völlig unterschiedlich anfühlen.
Der Grund liegt unter anderem in den Temperaturen der umgebenden Oberflächen.
Kalte Böden und Wände beeinflussen unser Wärmeempfinden. Deshalb kann eine Verbesserung der Gebäudehülle den Wohnkomfort verändern, ohne dass das Thermostat plötzlich eine völlig andere Zahl anzeigen muss.
Die bessere Frage lautet also nicht nur:
Wie warm ist mein Raum?
Sondern:
Wie behaglich fühlt er sich an?
5. Welche Räume kühlen besonders schnell aus?
Jetzt brauchen Sie keine komplizierte Messtechnik.
Beobachten Sie Ihr Haus einfach im Alltag.
Welche Räume werden nach dem Lüften schnell wieder angenehm?
Welche Räume brauchen deutlich länger?
Wo muss die Heizung häufiger arbeiten?
Wo merken Sie morgens einen besonders großen Unterschied?
Ein einzelner auffälliger Raum beweist noch keinen Dämmmangel.
Wenn sich jedoch mehrere Auffälligkeiten wiederholen, lohnt es sich, die Ursachen genauer anzusehen.
6. Erinnern Sie sich an den vergangenen Sommer
Ein guter Herbst Check schaut nicht nur auf die kalte Jahreszeit.
Wie war es im Dachgeschoss im Juli oder August?
Wurden bestimmte Räume besonders warm?
Mussten Rollläden oder Verschattungen tagsüber dauerhaft geschlossen bleiben?
Blieb die Hitze bis spät in die Nacht im Gebäude?
Wärmedämmung ist nicht ausschließlich ein Winterthema. Der Aufbau der Gebäudehülle beeinflusst auch, wie schnell sich Räume im Sommer aufheizen.
Deshalb lohnt es sich, bei der Betrachtung eines Hauses nicht nur an Heizkosten zu denken, sondern an das Wohnklima über das gesamte Jahr.
7. Schauen Sie auf Ihren Energieverbrauch und nicht nur auf den Preis
Die Rechnung des Energieversorgers erzählt nur einen Teil der Geschichte.
Denn ein höherer Rechnungsbetrag kann auch durch veränderte Energiepreise entstehen.
Interessanter ist deshalb der tatsächliche Energieverbrauch.
Vergleichen Sie nach Möglichkeit mehrere Jahre und berücksichtigen Sie dabei Veränderungen im Haushalt, unterschiedliche Witterung und geänderte Heizgewohnheiten.
So entsteht ein wesentlich aussagekräftigeres Bild.
Und genau hier lohnt sich eine einfache Frage:
Wie viel Energie benötigt mein Haus eigentlich, um sich so anzufühlen, wie ich es gerne hätte?
8. Prüfen Sie, bevor Sie investieren
Und jetzt kommt vielleicht der wichtigste Punkt dieses gesamten Checks.
Nicht jede kalte Wand braucht eine Dämmung. Nicht jeder hohe Energieverbrauch hat dieselbe Ursache. Und nicht jedes Dämmverfahren passt zu jedem Gebäude.
Genau deshalb sollte vor einer Maßnahme die vorhandene Konstruktion betrachtet werden.
Wie ist die Kellerdecke aufgebaut?
Gibt es einen geeigneten Hohlraum im Mauerwerk?
Wie sieht die oberste Geschossdecke aus?
Welche Dämmung ist bereits vorhanden?
Welches Material passt zur Konstruktion?
Für uns bei KEMATHERM gilt deshalb ein einfacher Grundsatz:
Das richtige Material für die richtige Konstruktion.
9. Denken Sie an die Gebäudehülle und nicht nur an die Heizung
Über Heiztechnik wird viel gesprochen.
Wärmepumpe, Gasheizung, Vorlauftemperatur, Heizkörper oder Fußbodenheizung.
All diese Themen können bei einer energetischen Betrachtung eines Gebäudes eine Rolle spielen.
Aber bevor darüber gesprochen wird, wie Wärme erzeugt wird, lohnt sich eine andere Frage:
Wie gut kann Ihr Haus diese Wärme überhaupt halten?
Eine moderne Heiztechnik und eine gute Gebäudehülle sind keine Gegensätze. Im Idealfall werden Gebäude und Anlagentechnik gemeinsam betrachtet.
Wer vermeidbare Wärmeverluste reduziert, kann damit eine bessere Grundlage für einen effizienten Gebäudebetrieb schaffen.
10. Machen Sie aus zehn Minuten einen Plan
Wenn Ihnen bei diesem Rundgang nichts Besonderes aufgefallen ist, umso besser.
Wenn Sie dagegen an mehreren Stellen gedacht haben:
„Genau das kennen wir.“
Dann haben diese zehn Minuten bereits etwas gebracht.
Sie müssen deshalb nicht morgen Ihr gesamtes Haus sanieren.
Der nächste sinnvolle Schritt ist zunächst herauszufinden, wo tatsächlich Potenzial vorhanden ist und welche Maßnahme für Ihr Gebäude sinnvoll sein kann.
Vielleicht ist es die Kellerdecke.
Vielleicht die oberste Geschossdecke.
Vielleicht ein Hohlraum im zweischaligen Mauerwerk.
Und vielleicht ist an einer Stelle überhaupt keine Maßnahme notwendig.
Gute energetische Sanierung beginnt nicht mit möglichst vielen Maßnahmen. Sie beginnt mit den richtigen.
Unser Fazit
Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, sein Haus einmal mit anderen Augen zu betrachten.
Nicht aus Angst vor der nächsten Heizkostenabrechnung.
Sondern weil die beginnende Heizperiode sehr deutlich zeigen kann, wie sich ein Gebäude im Alltag verhält.
Wer die Schwachstellen seines Hauses kennt, kann gezielter investieren, unnötige Maßnahmen vermeiden und dort ansetzen, wo eine Verbesserung tatsächlich sinnvoll ist.
Genau darin sehen wir bei KEMATHERM unsere Aufgabe.
Werte schützen und Energie sparen.
Mit Lösungen, die zur vorhandenen Konstruktion passen und mit einem Anspruch, der über das reine Dämmen hinausgeht.
Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viel Dämmstoff in ein Gebäude zu bringen.
Es geht darum, ein Zuhause energetisch sinnvoll weiterzuentwickeln, den Wohnkomfort zu verbessern und vorhandene Werte langfristig zu schützen.